Der Rhodesian Ridgeback

 

Es gibt eine Vielzahl an Fachlektüre über die Herkunft, Entstehung und ursprüngliche Verwendung der Rasse auf dem Markt. Wir möchten hier lediglich einen kurzen Abriss wiedergeben, um die Eigenschaften und Besonderheiten der Rasse zu verdeutlichen.

 

Der Rhodesian Ridgeback kommt ursprünglich aus Südafrika und fand dort zur Großwildjagd und als Wach- und Familienhund Verwendung. Seine Aufgabe bestand unter anderem darin, das Großwild aufzustöbern und festzusetzen, bis die Jäger vor Ort waren und das Tier erlegen konnten. Um diesen Job zuverlässig erledigen zu können, mussten diese Hunde äußerst anpassungsfähig, schnell, wendig, ausdauernd, instinktsicher und mutig sein. Hinzu kommt, dass sie selbstständig denken, Entscheidungen treffen und demnach handeln mussten. Nur die Hunde, die diese Fähigkeiten besaßen, überlebten das harte und gefährliche Leben und fanden Verwendung zur Zucht. Auch wenn das Aussehen der Rhodesian Ridgebacks sich im Laufe der Jahre vom damaligen "Löwenhund" durch züchterische Selektion und der Entstehung eines einheitlichen Rassestandards veränderte, blieben diese ursprünglichen Fähigkeiten doch bis heute erhalten.

 

Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Rhodesian Ridgeback anzuschaffen, sollte wissen, dass er mit ihm einen Hund bekommt, der bis heute genau diese Fähigkeiten besitzt und sich zunutze macht. Das klingt zunächst wohl einmal alles sehr faszinierend und auch durchaus anziehend. Aber was bedeutet das im Alltag genau und ist der Rhodesian Ridgeback wirklich der richtige Hund für Sie?

 

Der Rhodesian Ridgeback ist seit je her ein Jagd- und Laufhund. Ein ausgeprägter Jagdtrieb ist daher natürlich bei fast allen Exemplaren vorhanden. Das kann für den Halter bedeuten, dass ein entspannter Freilauf nicht selbstverständlich ist und dass man dafür unter Umständen mit Antjagd- oder Schleppleinentraining hart arbeiten muss.

 

Die Rasse hat einen großen Bewegungsdrang, eine kurze Gassirunde um den Block oder nur mal Pippi im Garten kann vielleicht einmal ausnahmsweise genügen, aber in der Regel gehe ich mit meinen Hunden täglich ca. 2 Stunden laufen und laste sie regelmäßig mit Nasenarbeit aus. Nur ein ausgelasteter Hund ist auch ein ausgeglichener Hund.

 

Ridgebacks neigen zu Dominanzverhalten anderen Rassen gegenüber. Hier sollte von Anfang an einer guten Sozialisierung durch den Besuch von Welpen- und Junghundegruppen erfahrener Hundeschulen gearbeitet werden.

 

Der Rhodesian Ridgeback gehört zu den spätreifen Rassen. Seine geistige Reife erlangt er erst ungefähr im Alter von 3 Jahren. Dies kommt uns zwar mit einer langen Prägephase zugute, allerdings können sich in dieser Zeit ebenso eventuelle schlechte Erlebnisse manifestieren. Weiterhin kann es in manchen Situationen durchaus passieren, dass man plötzlich einen pubertierenden 40 kg Hund an der Leine hat, der scheinbar kurzerhand alles Erlernte vergessen hat...

 

... immer in der Nähe iher Menschen

Ein Plätzchen zum Schlafen findet man überall...

Urlaub mit Hund - kein Problem

 

Rhodesian Ridgebacks haben in den seltensten Fällen einen "will to please". Das bedeutet, er möchte nicht in erster Linie seinem Menschen gefallen, und er wartet nicht ständig darauf, dass er irgendetwas für Sie tun kann. Wenn ein Rhodesian Ridgeback keinen Sinn in einem Befehl sieht, wird er vermutlich den Gehorsam verweigern. Bei der Erziehung des Rhodesian Ridgebacks sollte niemals mit Zwang gearbeitet werden, er spricht sehr gut auf einen Erziehungsstil durch positive Verstärkung an. Sie sollten ihm auch ein abwechslungsreiches Trainingsprogramm bieten, denn bei sich ständig wiederholenden Übungen wird er schnell die Lust am Arbeiten verlieren.

 

Auch das Alleinbleiben zu Hause kann für viele Ridgebacks und deren Halter zu einer Herausforderung werden, die Stück für Stück erarbeitet werden muss. Natürlich muss ein Hund es auch lernen, alleine zu Hause bleiben zu können. Allerdings sollte kein Hund, egal welche Rasse, täglich mehr als 3-4 Stunden alleine bleiben müssen. Hunde sind Rudeltiere, die den Sozialkontakt zu ihren Menschen dringend benötigen und ohne diesen verkümmern. Rhodesian Ridgebacks sind am liebsten in der Nähe ihrer Menschen. Wir nehmen unsere Hunde überall mit hin, wo es möglich ist: Zur Arbeit, zu Besuch bei Freunden, in Gaststätten, zum Stadtbummel und natürlich auch in den Urlaub. Das alles funktioniert bei einem gut erzogenen und geprägten Hund absolut problemlos.

 

Leider zeigt sich in den letzten Jahren für diese Rasse eine gewisse Tendenz zum "Modehund", welche wir kritisch betrachten. Der Rhodesian Ridgeback ist aufgrund vieler rassetypischen Eigenschaften kein Hund für jedermann,

denn unsere Ridgebacks sind in vielen Belangen anders als andere Rassen. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, ihre Familie um einen Hund dieser außergewöhnlichen Rasse zu bereichern, informieren Sie sich vorher gründlich. Es gibt ausgezeichnete Lektüre über diese Rasse. Sprechen sie mit Ridgebackbesitzern, besuchen Sie Züchter und Ausstellungen. Seien Sie selbstkritisch und wägen Sie ab, ob diese Rasse für Sie, Ihre Familie und Ihr Leben auch wirklich geeignet ist und ob Sie die Anforderungen an ihre Haltung erfüllen können. Man muss in der Lage sein, sich auf ihre speziellen Eigenheiten einzulassen und Kompromisse eingehen können. Wer zu all dem bereit ist und seinem Hund eine geduldige, konsequente, aber liebevolle Erziehung, zukommen lässt, der wird im Rhodesian Ridgeback einen wunderbaren und treuen Begleiter finden.

 

Ein ganzes Hundeleben lang.

 

 

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© Fara Mhuri Rhodesian Ridgebacks